ISHTAR

Elaine May / USA 1987 / 107 min / 35mm / OV

Elaine Mays vierter und bisher letzter Spielfilm wird immer noch als ausgesprochener Kassenflop rezipiert, wobei ganz übersehen wird, dass es einer der schönsten Hollywood-Filme der 80er-Jahre ist. Zwei gänzlich untalentierte Musiker – gespielt von Warren Beatty und Dustin Hoffman – singen sich durch die Welt und landen schließlich in Nordafrika, wo sie Bekanntschaft mit der CIA und den Dummheiten der amerikanischen Außenpolitik machen. Im Rückblick stellte Elaine May fest: “If all of the people who hate ISHTAR had seen it, I would be a rich woman.”

Two down-on-their-luck lounge singers (Warren Beatty and Dustin Hoffman) find themselves in the middle of a political uprising in a small Middle Eastern country. “Filled with great physical comedy and songs that are so awful they’re great, ISHTAR is a movie whose time is now.” Manohla Dargis

SAT 4.1. 19:00 Arsenal 1 / FRI 10.1. 21:00 Arsenal 1

MIKEY AND NICKY

Elaine May / USA 1976 / 106 min / 35mm / OV

Der von John Cassavetes gespielte Nicky ist ein Gangster, der Geld von seinem Boss gestohlen hat und nun seinen Jugendfreund Mikey (Peter Falk) um Hilfe bittet. “Mays zentrales Thema ist die Unterwürfigkeit von Frauen und die Dummheit der Männer. Was MIKEY AND NICKY einzigartig unter den buddy movies macht, ist, dass hier die Männerfreundschaft durch die Augen ihrer Opfer gezeigt wird.” (J. Hoberman) Das Studio wusste nicht, was sie mit diesem Meisterwerk anfangen sollten und warnte ihr Publikum vorsorglich vor den beiden Protagonisten: “Don’t expect to like them.”

As always, John Cassavetes’ two-bit mobster Nicky is in big fat trouble – maybe because he stole money from the boss? And as always, best buddy Peter Falk’s Mikey is called on to bail him out – no easy task, when Nicky keeps changing their getaway plans. Or is Mikey actually the one setting him up? “MIKEY AND NIKCY is the greatest Cassavetes film Cassavetes never made” J. Hoberman

FRI 3.1. 21:00 Arsenal 1 / THR 16.1. 21:00 Arsenal 1

THE HEARTBREAK KID

Elaine May / USA 1972 / 106 min / 35mm / OV

Der jüdische Sportartikelhändler Lenny Cantrow (Charles Grodin) heiratet Lila Kolodny (gespielt von Elaine Mays Tochter Jeannie Berlin) und voller Vorfreude brechen sie in die Flitterwochen auf. Doch kaum am Strand angekommen, lässt er sie links liegen und flirtet mit einer anderen Frau (Cybill Shepherd). THE HEARTBREAK KID ist wahrscheinlich der unbekannteste Film von May, der durchaus als Antwort auf The Graduate, den Film ihres früheren Broadway-Partners Mike Nichols, gelesen werden kann. Was als Komödie beginnt, entwickelt sich unter der Regie von May in eine präzise Analyse der Charakterzüge ihrer Protagonist*innen.

“An often queasily funny comedy that slides into devastating, savage terrain, it stars Charles Grodin as Lenny, a preening salesman who, while on his honeymoon dumps his new bride, Lila (a superb Jeannie Berlin, May’s daughter), for another woman, Kelly (Cybill Shepherd). May effortlessly skewers male vanity in a story about a man who treats women like commodities.” (Manohla Dargis)

WED 15.1. 21:00 Arsenal 1 / THR 16.1. 19.00 Arsenal 1

A NEW LEAF

Elaine May / USA 1971 / 102 min / 35mm / OV

Henry Graham (Walter Matthau) hat sein gesamtes Erbe verbraten und benötigt nun dringend Geld. Sein Plan: eine reiche Witwe heiraten und sie dann ermorden. Elaine Mays Debüt A NEW LEAF ist ein “vernichtendes feministisches Psychodrama, das im Gewand einer freundlichen schwarzen Komödie daherkommt” (J. Hoberman). Die Regisseurin musste von Beginn an mit zahlreichen Schwierigkeiten kämpfen: Einem schwierigen Star, sexistischen Vorurteilen und einem neuen Studiomanagement, das ihr den Film während der Postproduktion wegnahm.

Henry Graham is a man with a problem. He has run through his entire inheritance and is completely unequipped to provide for himself. His solution is to marry a wealthy heiress and then … murder her. “A NEW LEAF, which May wrote, directed, and stars in, is a devastating feminist psychodrama concealed as amiable dark comedy.” J. Hoberman

SUN 5.1. 19:30 Arsenal 1 / SAT 11.1. 19:00 Arsenal 1

SWARM SEASON

Sarah J. Christman / USA 2019 / 86 min / DCP / OV – Berlin premiere

Die zehnjährige Manu züchtet zusammen mit ihrer Mutter Bienen, ihr Vater kämpft gegen den Bau eines neuen Teleskops und nicht weit davon entfernt trainieren NASA-Wissenschaftler*innen für das Leben auf dem Mars. Und über allem erstreckt sich der klare Sternenhimmel Hawaiis. Sarah J. Christmans essayistischer Debütfilm verknüpft die abstrakte Dimension des Universums mit dem nicht minder rätselhaften Reich der Bienen – das Ausufernde trifft auf das Intime. In einer betörenden Bild- und Toncollage nähert sich Christman nicht nur unendlichen Weiten an, sondern nimmt eine historische Perspektive ein, in der die Zeit und die daraus entstehenden Veränderungen zu entscheidenden Fragen werden.

On the remote volcanic island of Hawaii, 10-year-old Manu and her mother collect wild, endangered bees in order to breed disease-resistant colonies. Her father is protesting on the sacred mountain Mauna Kea against the establishment of a gigantic telescope. On a neighboring mountain, six NASA scientists practice living on Mars, and under the ground and the water, the Kilauea volcano quivers fatefully.

THR 2.1. 19:00 Arsenal 1 / MON 6.1. 20:00 Arsenal 1

SORRY TO BOTHER YOU

Boots Riley / USA 2018 / 112 min / DCP / OV – Berlin premiere

Oakland in Kalifornien, irgendwann in einer alternativen Realität: Cassius Green sucht Arbeit und findet einen Job in einem Callcenter. Der Anfang dort gestaltet sich für den jungen Afroamerikaner schwierig, doch als er beginnt eine “weiße” Stimme zu imitieren, läuft der Verkauf plötzlich gut. Während er immer erfolgreicher wird, organisieren seine Freunde Proteste gegen die wirtschaftliche Ausbeutung und Unterdrückung. “Weder biedert sich dieser handgemachte Film an, noch gibt er sich distanziert, sondern er zeigt den Mittelfinger. Und auch wenn die Geste etwas nervt, so ist sie doch auch ehrlich: Schließlich bedeutet Satire, sich nie entschuldigen zu müssen.” (Adam Nayman)

In an alternate reality of present-day Oakland, Calif., telemarketer Cassius Green finds himself in a macabre universe after he discovers a magical key that leads to material glory. As Green’s career begins to take off, his friends and co-workers organize a protest against corporate oppression. Cassius soon falls under the spell of Steve Lift, a cocaine-snorting CEO who offers him a salary beyond his wildest dreams.

THR 2.1. 21:00 Arsenal 1 / TUE 7.1. 21:00 Arsenal 1

THE HOTTEST AUGUST

Brett Story / USA/CAN 2019 / 94 min / DCP / OV – German premiere

August 2017 in New York. Die Hitze drückt auf die Stadt, der neue Präsident sorgt für eine angespannte Atmosphäre und im Fernsehen laufen Nachrichten über Waldbrände und Hurrikane. Während eines Monats erforscht die kanadische Filmemacherin Brett Story die Stadt und deren Vororte und befragt Menschen nach der erhofften Zukunft. THE HOTTEST AUGUST ist ein Frontbericht über eine Gesellschaft am Rande der gefühlten Katastrophe, die durch Anspannung zu zerreißen droht und in der die Frage des Überlebens plötzlich an Bedeutung gewinnt. “In allen meinen Projekten beschäftigt mich die Frage: Was sind die Fantasien, von denen wir nicht lassen können? Und an was glauben wir, nicht nur individuell, sondern im Kollektiv?” (Brett Story)

THE HOTTEST AUGUST gives us a window into the collective consciousness of the present. The film’s point of departure is one city over one month: New York City during August 2017. It’s a month heavy with the tension of a new President, growing anxiety over everything from rising rents to marching white nationalists, and unrelenting news of either wildfires or hurricanes on every coast. The film pivots on the question of futurity: what does the future look like from where we are standing? And what if we are not all standing in the same place?

TUE 7.1. 19:00 Arsenal 1 / WED 15.1. 19:00 Arsenal 1

HER SMELL

Alex Ross Perry / USA 2018 / 135 min / DCP / OV – German premiere

Becky Something ist Sängerin und treibende Kraft der 90er-Jahre Punkband „Something She“. Sie ist auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und eigentlich kann es nun nur noch abwärts gehen. Als ihre Exzesse während einer Tour zum Absturz führen, sieht sie sich mit der Vergangenheit konfrontiert und versucht ihre Band wieder zum Erfolg zu führen. Elisabeth Moss als Becky in ihrer dritten Zusammenarbeit mit Alex Ross Perry ist das Zentrum dieses wilden Films und ihre Performance eine Tour de force wie man sie schon lange nicht mehr im Kino gesehen hat. “Moss entfernt jede Spur von ihrem Charme und enthüllt so ihr Charisma in rohestem Zustand, verwickelt den Regisseur und das Publikum damit in einen Voyeurismus, der sich fast heilig anfühlen kann.” (A.O. Scott)

Becky Something is a ’90s rock superstar who once filled arenas with her band Something She. When her excesses derail a national tour, she’s forced to reckon with her past while recapturing the inspiration that led her band to success.

SAT 4.1 21:00 Arsenal 1 / WED 8.1. 21:00 Wolf / SUN 12.1. 19:30 Arsenal 1

HAM ON RYE

Tyler Taormina / USA 2019 / 85 min / DCP / OV – German premiere

Schülerinnen und Schüler ziehen ihre schönsten Kleider an, sie sind nervös. Man sagt, dies sei ihr wichtigster Tag. Und so brechen sie auf, gehen, schlendern durch die Straßen der Stadt und scheinen auf einen Punkt zuzusteuern. Im örtlichen Feinkostladen treffen sie sich schließlich, man isst noch etwas, trinkt und dann beginnt ein bizarrer, als Musical inszenierter Initiationsritus. Einige verschwinden anschließend aus der Vorstadt, anderen sind verdammt zu bleiben. Tyler Toarminas nur auf den ersten Blick verträumtes Regiedebüt HAM ON RYE erscheint zuweilen wie aus einer Parallelwelt, die sich jedoch in seiner weirdness sehr vertraut anfühlt.

HAM ON RYE, a coming-of-age comedy centered on the nervous excitement of youth and the strange horror of entering adulthood uses an expansive ensemble of over one hundred performers, including non-actors, musicians, 90’s Nickelodeon child stars, and more, to explore a suburban community’s relationship with a prom-like ritual and the decay of the human spirit. It begins with the crowd-pleasing spirit of a John Hughes movie and fades slowly into an off-kilter dystopia with the energy of Dazed and Confused.

FRI 3.1. 19:00 Arsenal 1 / SUN 12.1. 17:45 Wolf

EN EL SEPTIMO DIA

Jim McKay / USA 2018 / 97 min / DCP / OV – German premiere

José lebt illegal in New York und liefert Essen aus. In seiner Freizeit spielt er mit seinen Freunden aus Mexiko leidenschaftlich Fussball. Als ein wichtiges Spiel ansteht, zwingt ihn sein Chef zu arbeiten. Doch ihm stehen kaum Rechte zu und er sucht verzweifelt nach einem Ausweg aus dieser vertrackten Situation. EN EL SÉPTIMO DÍA ist der langersehnte neue Film von Jim McKay. Nachdem er in den 1990er mit einer Reihe von Filmen für Aufsehen sorgte, inszenierte er in den vergangenen 20 Jahren zahlreiche Episoden für Serien wie The Wire, The Americans, Better Call Saul und Mr. Robot.

A group of undocumented immigrants from Puebla live in Sunset Park, Brooklyn. They work long hours six days a week. On Sundays, they savor their day of rest on the soccer fields of Sunset Park. José, a bicycle delivery man, is the soccer team’s captain. When his team makes it to the finals, he and his teammates are thrilled, but his boss throws a wrench into the celebration when he tells him he must work exactly on the day of the final. José tries to reason with him but all his efforts fail. If he doesn’t work on Sunday, his job and his future will be on the line.

FRI 10.1. 19:00 Arsenal 1 / SUN 12.1. 19:30 Wolf