DIARIES (1971 – 1976)

DIARIES (1971 – 1976) (USA/1980) Ed Pincus 200min|HDcam|OV

E&J Diaries

1971 rückte Ed Pincus sein eigenes Leben ins Zentrum eines Films. Fünf Jahre lang nahm er, die Kamera auf der Schulter, das Leben seiner Familie auf: Beobachtete seine Kinder beim Spielen, traf Arbeitskollegen und filmte diverse Frauen, mit denen er Affären hatte. Diaries (1971 – 1976), das Porträt einer Zeit in der der Slogan “das Persönliche ist politisch” jegliche Formen von Beziehungen neu dachte, ist das Magnum Opus von Pincus. Spürte man bereits in seinen früheren Filmen den Drang, die eigene Position mit in den Film einzubeziehen und zu reflektieren, so fand Pincus mit Diaries zu einer Form, die diesen Überlegungen ideal entsprach. Diaries ist ein Schlüsselfilm des amerikanischen Kinos und “einer der außergewöhnlichsten Dokumentarfilme aller Zeiten”. (Ross McElwee) Vor allem jedoch ist es ein Film über seine Frau Jane, mit der er zum Zeitpunkt der Dreharbeiten seit elf Jahren verheiratet war und über das Leben, das sie gemeinsam führten. Und wenn Pincus’ Kamera immer wieder zu Jane zurück kehrt, dann wird deutlich, dass Diaries eigentlich ein Liebesfilm ist.

It was a time of upheaval in people’s personal relations. Everything was on the table. Feminism had a slogan: “The personal is political.” Filmmaking technology was rapidly evolving. It became possible for the first time to shoot single-person sync. A crew of one meant that intimate relations could be filmed in a documentary. I decided to do an experiment. I would film for five years, not look at the footage, leave it in the can for five more years and then edit. Editing would mimic what came out of the camera. How much of individual personhood could be recreated in such a film? I wanted to test the personal is political in this brave new world of relationships. (Ed Pincus)

MON 6.6, 19:30 Arsenal 1

FRI 17.6, 19:30 Arsenal 2